Abgekettet

In den Ferien habe ich einen Honey Cowl von Antonia Shankland gestrickt. Diese Anleitung ist kostenfrei und ich kann sie auf jeden Fall weiterempfehlen. Mir hat das Stricken wirklich Spaß gemacht, und es war genau die richtige Wahl für den Urlaub. Mit ein klein wenig Strickerfahrung kann man problemlos jederzeit unterbrechen, wenn nasse Badehosen gewechselt werden müssen, die Kinder mit Sonnencreme paniert, oder man selbst den Ausblick auf das Mittelmeer genießen möchte. Auch abends mit Stirnlampe vor dem Campingbus funktioniert das Muster noch ganz gut.

 

Eine sehr gute Übung, um das Gestrick zu "lesen" und zu erkennen, was man gerade gestrickt hat bzw. als nächstes stricken sollte. Wie schon erwähnt, hat sich trotzdem eine Fehlerreihe eingeschlichen, aber das verzeiht die bunte Wolle zum Glück. Ich mag Strukturmuster generell gerne, und ein schöner Farbverlauf ist das i-Tüpfelchen.

 

Ausgesucht dafür habe ich mir die Jawoll Magic 6-fach von Lang Yarns (150 g/420 m), bestellt bei Gemacht mit Liebe. Ein Knäuel hat einen nicht zu voluminösen Cowl ergeben. Dicke Schals habe ich schon einige, ich wollte etwas für die ersten kühlen Herbsttage. Deshalb habe ich die Version, die zweimal um den Hals passt, gestrickt.

 

Das Garn ist für mein Empfinden weich genug, dass man es gut hautnah tragen kann. Kuschelweich ist es allerdings nicht, wer da empfindlich ist, wird wahrscheinlich mit einer anderen Wollwahl glücklicher. Dafür ist es aber schön robust - eine Maschinenwäsche im Wollwaschgang hat es tadellos überstanden und ebenso die Ausflüge im Urlaub, zu denen es mich begleiten durfte.

 

Am besten fand ich die sommerlichen Sonnenuntergangsfarben, das hat so wunderbar zu den echten Sonnenuntergängen gepasst, die wir jeden Abend genießen konnten. Sehr harmonisch.

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Über das Ribbeln

Heute war es wieder soweit: Den wolkigen Cowl habe ich erstmal aufgetrennt. 200 Maschen sind wohl doch besser passend, mit 150 wird es selbst bei mir als Lockerstrickerin wirklich sehr halsnah. Also habe ich munter geribbelt. 

Macht nichts, den schlage ich einfach wieder neu an. Das tue ich recht regelmäßig. Ich bin Perfektionistin, zumindest in vielen Dingen. Das Stricken ist für mich eine lehrreiche Erfahrung und eine gute Übung in Akzeptanz. Im Anerkennen der Tatsache, dass wohl keines meiner Strickstücke nach objektivem Standard perfekt werden wird, bin ich schon viel besser geworden. Inzwischen ribble ich eher einmal. Zu Beginn, als ich mir das Stricken beigebracht habe, waren das durchaus meist zweimal (wenn nicht öfters...).

 

Mit meiner Mutter habe ich vor einiger Zeit eine Unterhaltung darüber geführt. Ich hatte den Eindruck, dass ich wirklich ziemlich langsam stricke. Im Laufe des Gesprächs kam mir die Erkenntnis, dass dieser Eindruck wohl daher rührt, dass ich ein Paar Socken nicht einmal, sondern dreimal stricke, bis ich überzeugt davon und zufrieden bin.

 

Allerdings ribble ich schon auch mit Begeisterung. Beim Stricken ist es so schön einfach:

Du hast einen Fehler gemacht? Kein Problem, mach neu.

 

Wenn das im Alltag funktionieren würde, wäre das doch manchmal sehr hilfreich. Außerdem habe ich bei jedem Neustricken wieder etwas dazu gelernt, meine Strickfertigkeiten verbessert. Deshalb verbuche ich das auf jeden Fall unter der Rubrik "Positiv".

 

Inzwischen werde ich aber wirklich gelassener - vielleicht auch meine Strickfertigkeiten gefestigter. Im Urlaub habe ich den Honey Cowl gestrickt, und einige Male ein Stück zurück gestrickt. Eine verschobene Reihe ist mir jedoch erst zu spät aufgefallen. Und da habe ich es doch tatsächlich geschafft, zu beschließen, dass das nun so bleibt. Das sorgt gewiss für die nötige Individualität.

 

Wie ist das bei euch? Ribbelt ihr oder strickt ihr tapfer weiter?

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Und los geht es!

So, und ich traue mich hinein, in die große weite Welt der Strickerinnen und Stricker, die sich im Internet tummeln. Als erstes zeige ich euch einfach mal, an welchen Strickstücken ich im Moment arbeite:

 

Da wären ein Holsten von ANKESTRiCK, ein Hitchhiker und der bezaubernde Cowl Wolkig, beides von Martina Behm, zu finden. 

 

Den Holsten stricke ich aus Atlana, einem Gemisch aus 51 % Viskose und 49 % Polyacryl. Da hat mich die sommerlich leuchtende Farbkombination Blau-Türkis einfach überzeugt. Für den ersten Pulloverversuch ist sie soweit in Ordnung, allerdings splitten sich die Fäden schnell, wenn man nicht gut aufpasst. Und aufgetrennt habe ich natürlich auch schon, das hat die Schönheit des Garns jetzt nicht unbedingt gesteigert. Mal sehen, wie es dem fertigen Pullover in der Waschmaschine gefällt. Das rote auf dem Foto ist mein Rettungsfaden, falls was schiefgeht.

 

Für die Hitchhiker verstricke ich dunkelrote Catania von Schachenmayr. Dieser steht gleich zweimal auf dem Strickprogramm, da sich natürlich beide Söhne einen wünschen. Die Drachenschwanzoptik hat sie absolut überzeugt, eine schöne Anleitung für ein Kindertuch. Für meine ziemlich kratzempfindlichen Jungs finde ich Baumwolle eine gute Wahl, auch für mich als Strickende im Sommer. Außerdem finde ich die Catania wirklich angenehm in der Haptik, und perfekt für ein Kindertuch, da sie bei Bedarf ganz unkompliziert in die Waschmaschine wandern kann. Eine gelbe Umhäkelung ist geplant. 

 

Den Wolkig stricke ich aus Baby Merino von Drops, diese ist letzten Winter beim Mützenstricken übrig geblieben. Da ich sehr locker stricke, habe ich statt 200 lieber 150 Maschen angeschlagen, mal sehen, ob das in der Weite reicht. Die Baby Merino mag ich, sehr weich und Kindermützen-geeignet, weil durchaus strapazierfähig. Die ein oder andere Wäsche haben diese schon anstandslos überstanden.

 

Insgesamt bin ich im Laufe meiner "Strickkarriere" schon zu der Erkenntnis gelangt, dass ich eher eine Freundin dünner Nadeln bin. Dickere Wolle finde ich recht anstrengend zu verstricken. So dauert zwar alles etwas länger, aber das macht ja rein gar nichts.

 

Einen wunderschönen Tag euch!

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